Quality of Earnings: bereinigtes EBITDA und die EBITDA-Brücke
Eine Quality-of-Earnings-Analyse (QoE) fragt, wie viel vom berichteten Ergebnis unter einem neuen Eigentümer wiederkehrt. Viele Transaktionen werden als Vielfaches des EBITDA bepreist; jeder Euro EBITDA, der nicht nachhaltig ist, bewegt den Preis um dieses Vielfache.
Vom berichteten zum bereinigten EBITDA
Die Brücke beginnt beim gebuchten EBITDA. Normalisierungen korrigieren die Historie: einmalige oder ungewöhnliche Posten, Erträge und Aufwendungen außerhalb des operativen Geschäfts, Posten in der falschen Periode oder auf der falschen Seite des EBITDA. Das Ergebnis ist das normalisierte EBITDA. Pro-forma-Anpassungen stellen die Historie dann auf die Struktur um, die der Käufer übernimmt, etwa einen Zukauf im Laufe des Jahres, einen geschlossenen Bereich oder eine neue Kostenbasis. Das Ergebnis ist das bereinigte EBITDA.
Typische Bereinigungen
- Einmaleffekte: ein Rechtsstreit, eine Restrukturierung, die Kosten des Verkaufs selbst.
- Gesellschafterbezogene Posten: ein Gesellschafter-Geschäftsführer, der über oder unter Marktniveau bezahlt wird, private Kosten in der Gesellschaft, Miete an den Eigentümer.
- Umgliederungen: Erträge oder Aufwendungen auf der falschen Seite des EBITDA, etwa Zinsen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
- Periodenfremde Posten: eine Abgrenzung, die zum Jahresende fehlte und im Folgejahr gebucht wurde.
- Pro forma: ein volles Jahr eines zugekauften Geschäfts, eine bereits vertraglich gesicherte Kosteneinsparung.
Das Management schlägt Bereinigungen vor; das Due-Diligence-Team akzeptiert, hinterfragt oder verwirft jede einzelne. Ein Käufer liest auch die verworfenen: Sie zeigen, wo Verkäufer und Berater uneins sind.
Bereinigtes EBITDA und Cash
Eine Bereinigung ändert das EBITDA, aber nicht immer den Cash. Eine aufgelöste Rückstellung oder ein zum Stichtag abgegrenzter, noch unbezahlter Aufwand steckt schon in der Veränderung des Working Capital. Im bereinigten EBITDA und noch einmal im Working Capital gezählt, zählt er doppelt. Eine Cash-Conversion-Analyse hält deshalb für jede Bereinigung fest, ob sie in ihrem Jahr zahlungswirksam war.
Quality of Earnings in sakto
In sakto hat jede EBITDA-Bereinigung eine Kategorie (Einmaleffekte, gesellschafterbezogen, Umgliederungen, pro forma oder sonstige), eine Quelle (Vorschlag des Managements oder des Beraters) und einen Status: akzeptiert, offen oder verworfen. Offene zählen, stehen aber gesondert; verworfene sind aufgeführt, zählen aber nicht.
Die EBITDA-Brücke führt vom berichteten EBITDA über die Normalisierungen zum normalisierten EBITDA, dann über die Pro-forma-Anpassungen zum bereinigten EBITDA, jede Bereinigung mit ihrer Begründung, nach Jahren und LTM.
Jede Bereinigung sagt, ob sie in ihrem Jahr zahlungswirksam war, nie zahlungswirksam ist oder zum Stichtag noch unbezahlt war, und die Cash Conversion stimmt auf den berichteten Cashflow ab.
Das finale Databook lässt sich erst exportieren, wenn jede EBITDA-Bereinigung eine Begründung hat. Die Zahlen rechnet deterministischer Code. Ein KI-Assistent liest sie nur, wenn Sie einen verbinden.
Fragen
Was ist der Unterschied zwischen normalisiertem und bereinigtem EBITDA?
Das normalisierte EBITDA korrigiert die gebuchte Historie: einmalige, ungewöhnliche und nicht operative Posten. Das bereinigte EBITDA ergänzt die Pro-forma-Anpassungen, die es auf die Struktur umstellen, die der Käufer übernimmt. Die Praxis ist nicht einheitlich; ein Databook sollte sagen, welches es zeigt.
Ist eine Quality-of-Earnings-Analyse eine Abschlussprüfung?
Nein. Eine Abschlussprüfung gibt ein Urteil darüber ab, ob der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Eine Quality-of-Earnings-Analyse fragt, wie nachhaltig das Ergebnis ist; sie ist Teil der Due Diligence und gibt kein Urteil über den Abschluss ab.